Am 25. September 2026 drehte sich beim Projektleiterinnen-Frühstück von next level consulting alles um die Frage, wie der eigene Körper zur Kraftquelle und zum inneren Kompass werden kann. Unter dem Motto„Raus aus dem Druck, zurück in Leichtigkeit und Klarheit“ zeigte Psychologin sowie Tanz- und Bewegungstherapeutin Katharina Musialek, wie eng Körper, Denken, Gefühle und Verhalten miteinander verbunden sind.
Führung findet nicht nur im Kopf statt
Ausgangspunkt war eine Erfahrung, die viele Projektleiterinnen und Führungskräfte kennen: hoher Druck, dauernde Anspannung und das Gefühl, immer funktionieren zu müssen. Katharina Musialek kennt diese Situation auch aus ihrer eigenen beruflichen Laufbahn. Als ehemalige Führungskraft sagte sie lange zu vielem Ja und ging dabei immer wieder über ihre eigenen Grenzen. Heute unterstützt sie Menschen dabei, ihren Körper bewusster wahrzunehmen und als Ressource für mehr Klarheit, Gelassenheit und Selbstführung zu nutzen.
Embodied Leadership erweitert den Blick auf Führung um eine körperliche Perspektive. Denn Körper und Geist beeinflussen einander wechselseitig: Gedanken und Gefühle wirken sich auf den Körper aus, gleichzeitig können Körperhaltungen und Bewegungen emotionale und kognitive Zustände verändern. Manche Haltungen können positives Denken unterstützen, andere negative Zustände verstärken.
Die Teilnehmerinnen erlebten diesen Zusammenhang unmittelbar in einer Gehübung. Sie bewegten sich mit unterschiedlichen Körperhaltungen durch den Raum und verkörperten beispielsweise eine „graue Maus“, eine gestresste Person oder eine „Superheldin“. Im Mittelpunkt stand die persönliche Beobachtung: Was verändert sich im Körper, in den Gedanken und im eigenen Auftreten?
Den Körper als inneren Kompass nutzen
Ein zentrales Element des Vormittags war das 6-Schritte-Modell von Katharina Musialek:
- den Körper differenziert wahrnehmen und bewerten
- innere Körpersignale wahrnehmen
- Gefühle differenzieren
- die Verbindung zwischen Körper und Gefühlen erkennen
- eigene Muster erweitern
- neue Erfahrungen in den Alltag integrieren
Dabei geht es nicht darum, unangenehme Gefühle zu verdrängen. Alle Gefühle dürfen sein und können wichtige Hinweise auf Bedürfnisse, Belastungen und persönliche Grenzen geben. Wer Körpersignale früher wahrnimmt, kann bewusster reagieren, statt automatisch in gewohnten Stressmustern zu bleiben.
Ein wichtiger Forschungsimpuls betraf die Interozeption, also die Wahrnehmung innerer Körpersignale. Diese Signale informieren uns fortlaufend darüber, wie wir uns fühlen. Wer sie differenziert wahrnimmt, kann den eigenen emotionalen Zustand und die dahinterliegenden Bedürfnisse klarer erkennen. Auch die Fähigkeit zur Emotionsregulation steht laut den in der Präsentation angeführten Forschungsergebnissen in Zusammenhang mit einer genauen Körperwahrnehmung und deren konstruktiver Bewertung.
Vom Wissen ins Erleben
Der Schwerpunkt des Frühstücks lag auf dem gemeinsamen Erforschen und Ausprobieren. In verschiedenen Übungen richteten die Teilnehmerinnen ihre Aufmerksamkeit auf den eigenen Körper und beobachteten, welche Veränderungen dadurch spürbar wurden.
Beim bewussten Schütteln ging es darum, einzelne Körperbereiche zu erkunden, Anspannung in Bewegung zu bringen und anschließend nachzuspüren: Wie geht es meinem Körper jetzt? Was hat sich verändert? Eine weitere Übung führte zum persönlichen „Kraftmoment“. Die Teilnehmerinnen suchten nach Bewegungen, Körperhaltungen und inneren Bildern, mit denen sie einen kraftvollen Zustand bewusst verkörpern und später im Alltag wieder abrufen können.
Wichtig war dabei der geschützte und wertfreie Rahmen: Die Übungen dienten dem neugierigen Experimentieren und der Sensibilisierung für die eigene Wahrnehmung, nicht der Therapie. Jede Teilnehmerin konnte selbst entscheiden, was für sie stimmig und hilfreich war.
Weitere Informationen bietet die Seite Embodied Leadership von Katharina Musialek