Bessere Projekte durch bessere Fragen

3. Juni 2026

Anastasia Podverbnii und Rebecca Schreiberová lächeln in die Kamera

Am 29. Mai 2026 kamen Projektleiterinnen in den Räumlichkeiten von next level consulting in Wien zusammen, um sich einem zentralen Erfolgsfaktor der Projektarbeit zu widmen: der Kunst, bessere Fragen zu stellen. Unter der Leitung von Anastasia Podverbnii wurde der Vormittag zu einer gemeinsamen Entdeckungsreise – weg von schnellen Antworten, hin zu echtem Verständnis.

Vom guten Vorsatz zur echten Klarheit

Viele Projekte starten mit Energie und klaren Absichten – doch im Alltag verlieren sich Ziele, Abstimmungen werden zäh und Konflikte bleiben unausgesprochen. Genau hier setzte Anastasia Podverbnii an: Nicht die nächste Methode oder Lösung stand im Fokus, sondern die Qualität unserer Fragen. Denn, wie mehrfach betont wurde: Die Qualität unserer Projekte ist selten besser als die Qualität unserer Kommunikation.

Was eine gute Frage wirklich ausmacht

Gemeinsam wurde erarbeitet, was „gute Fragen“ tatsächlich kennzeichnet. Sie sind situativ passend, konkret genug, um Orientierung zu geben, und gleichzeitig offen genug, um neue Perspektiven zu ermöglichen. Vor allem aber entstehen sie aus echter Neugier – nicht aus dem Wunsch heraus, eine bestimmte Antwort zu erhalten.

Eine gute Frage:

  • öffnet, statt zu schließen
  • regt zur Reflexion an, ohne zu urteilen
  • trifft den richtigen Moment
  • hält Stille aus und gibt Raum
  • lässt das Gegenüber sich gehört und gesehen fühlen

Dabei wurde deutlich: Gute Fragen beginnen nicht bei der Technik, sondern beim inneren Zustand. Positive innere Haltung, Offenheit für Neues, Wachstumsorientierung, innere Bereitschaft, Geduld, Strukturverständnis und echtes Interesse am Gegenüber sind entscheidend, um wirksam fragen zu können.

Erleben statt nur verstehen

Ein besonderes Highlight war ein somatisches Experiment: Die Teilnehmerinnen erlebten am eigenen Körper, wie sich positive und negative Formulierungen anfühlen. Dieses bewusste Wahrnehmen machte deutlich, wie stark unsere innere Haltung unsere Wahrnehmung, unser Sein und unser Tun mit uns selbst und mit anderen beeinflusst – und wie wichtig sie beim Fragen ist. Lernen wurde hier nicht nur kognitiv, sondern auch körperlich erfahrbar.

Growth Mindset als Schlüssel

Ein zentrales Element des Vormittags war der Unterschied zwischen Fixed und Growth Mindset. Während ein Fixed Mindset auf Sicherheit und „Recht haben“ fokussiert ist, zeichnet sich ein Growth Mindset durch Neugier, Lernbereitschaft und Offenheit aus.
Die Essenz: Die besten Fragen entstehen aus einem spielerischen, offenen Zustand heraus – dort, wo wir bereit sind zu lernen, statt zu bewerten.

Die Perle finden – tiefer tauchen im Projekt

Perle

Die Perle finden – tiefer tauchen im Projekt

Ein besonders kraftvolles Bild begleitete den gesamten Workshop: das Motiv „Die Perle finden“.

Dieses Bild steht für das bewusste „Tieftauchen“ in Projekten. Anstatt an der Oberfläche zu bleiben, geht es darum, zum Kern vorzudringen – dorthin, wo die eigentlichen Themen, Herausforderungen und Potenziale liegen.

Die „Perle“ entsteht aus dem Zusammenspiel von:

  • Neugier
  • Mut, auch unbequeme Fragen zu stellen
  • Rapport und psychologischer Sicherheit
  • Sinn und intrinsischer Motivation
  • Analyse und passenden Werkzeugen
  • Hingabe und echter Freude an der Arbeit
  • und vor allem: guten Fragen

Dieses Bild wurde von vielen Teilnehmerinnen als besonders einprägsam beschrieben – ein mentales Modell, das auch im Projektalltag immer wieder Orientierung geben kann.

Konkrete Werkzeuge für die Praxis

Neben Haltung und Mindset wurden auch konkrete Fragetechniken vermittelt:

  • Das GROW-Modell
    Eine strukturierte Methode, die hilft, Klarheit zu schaffen und ins Handeln zu kommen:

    • Goal: Was ist das Ziel?
    • Reality: Wo stehen wir aktuell?
    • Options: Welche Möglichkeiten gibt es?
    • Will: Was ist der nächste konkrete Schritt?
  • Zirkuläre Fragen
    Diese Technik ermöglicht einen Perspektivenwechsel und macht blinde Flecken sichtbar. Beispielsweise:

    • Was würde eine außenstehende Person wahrnehmen?
    • Wen hast du noch nicht gefragt?
    • Was erwarten Stakeholder – vielleicht unausgesprochen?

Beide Ansätze wurden als unmittelbar im Projektalltag einsetzbar erlebt.

Austausch auf Augenhöhe

Ein wesentlicher Teil des Vormittags war der offene Austausch unter den Teilnehmerinnen. Themen wie das Stellen mutiger Fragen in hierarchischen Strukturen, psychologische Sicherheit im Team und die eigene Rolle als Führungskraft wurden intensiv diskutiert.

Dabei wurde deutlich: Veränderung beginnt bei uns selbst. Es geht weniger darum, das Gegenüber zu „verändern“, sondern vielmehr darum, die eigene Haltung, Sprache und Herangehensweise bewusst weiterzuentwickeln

Was bleibt

Am Ende des Frühstücks nahmen die Teilnehmerinnen vor allem eines mit: den Mut, Fragen bewusster einzusetzen und ihnen mehr Raum zu geben.

  • Struktur kann helfen, Chaos zu ordnen
  • Intuition und Erfahrung leiten uns zur richtigen Frage
  • Perspektivwechsel öffnet neue Lösungsräume
  • und manchmal ist es wichtig, Fragen stehen zu lassen

Oder, im Bild des Tages gesprochen:

Wir müssen die Antwort nicht sofort finden – sondern bereit sein, tiefer zu tauchen, um die Perle zu entdecken.

Anastasia Podverbnii
Anastasia Podverbnii

Über die Vortragende

„Neugier und der Wunsch, Dinge wirklich zu verstehen, prägen meinen Weg seit jeher. Vor vier Jahren führte mich dieser Zugang ins Coaching, wo ich die Kunst wirksamer Fragen gezielt weiterentwickelt habe. Seit zwei Jahren setze ich diese Kompetenz als Junior Consultant bei next level consulting in der Arbeit mit Kund:innen ein und unterstütze sie dabei, Klarheit zu schaffen, Perspektiven zu erweitern und tragfähige Lösungen zu entwickeln.“

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