Die RBBau: Wie die neue Richtlinie die Zusammenarbeit im deutschen Bundesbau verändert

19. Februar 2026

Menschen besprechen ein Modell

Im Oktober 2022 wurde die neue Richtlinie für die Durchführung von Bauaufgaben des Bundes (RBBau) veröffentlicht. Sie markiert einen Paradigmenwechsel im Bundesbau: Verwaltungsorientierte Prozesse werden nun durch ein erfolgsorientiertes Projektmanagement ersetzt.

Was regelt die RBBau?

Die neue Richtlinie verschlankt die bisherigen Regelwerke deutlich und schafft einen innovativen Rahmen, der auf geteilte Verantwortung und Transparenz zwischen Projektpartnern setzt. Sie definiert die Kooperation zwischen Bauverwaltung, Nutzer:innen und Bauherr neu und legt damit den Grundstein für effizientere, kostensichere sowie qualitativ hochwertige Bauprojekte.

Für next level consulting als Spezialist für Projekt- und Change-Management war von Beginn an klar: Diese Veränderung betrifft weit mehr als Methoden und Prozesse. Die Einführung der RBBau erfordert ein neues Mindset, neue Formen der Zusammenarbeit und eine professionelle Begleitung, um die Transformation nachhaltig zu verankern.

Was die neue RBBau für die BImA bedeutet

Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) verwaltet die Immobilien in ganz Deutschland und ist für deren wirtschaftliche Nutzung verantwortlich. Für die BImA bedeutet die RBBau-Einführung, bestehende Strukturen und Rollen in Projekten neu zu denken. Projektverantwortliche der BImA, Bauverwaltungen und Nutzer:innen müssen enger zusammenarbeiten, Verantwortung teilen und gemeinsam auf Effizienz, Kosten, Qualität und Zeit achten.

Viele waren es jedoch gewohnt, in getrennten „Silos“ zu arbeiten. Hinzu kamen soziale und psychologische Dynamiken, die eine weitere Herausforderung darstellten. Denn bei Veränderungen entstehen innerhalb der Teams oft Unsicherheit, Widerstand und Kommunikationslücken.

Wir wurden eingeladen, in einem Pilotmodus 100 Projektverantwortliche zu schulen – nicht nur in klassischem Projektmanagement, sondern bewusst auch in den sozialen und psychologischen Aspekten der Zusammenarbeit wie Kommunikation, Rollenverständnis, Verantwortung und Kooperation. Schnell wurde klar: Eine einmalige Schulung reicht für eine solch umfassende Transformation nicht aus.

Kooperation statt Einzelmaßnahmen

Die Schulung von 100 Projektverantwortlichen erforderte einen ganzheitlichen Ansatz. Deshalb entwickelten wir gemeinsam mit weiteren Partner:innen – dem Institut für Infrastruktur- und Immobilienmanagement der Technischen Universität Braunschweig (TU Braunschweig), dem Bauprojektmanagement-Spezialisten Klaus Grewe und der Agentur zukunft zwei – ein umfassendes Begleitprogramm:

  • Umfangreiche Qualifizierung: Neben der initialen Pilotschulung wurden bis heute über 300 Projektbeteiligte ausgebildet – inzwischen BImA-übergreifend und gemeinsam mit Vertreter:innen der Bauverwaltung sowie Nutzer:innen. Damit schaffen wir ein gemeinsames Verständnis und ein gemeinsames Kompetenzniveau für Projekte aller Ebenen.
  • Projektübergreifender Austausch: In Formaten wie den Governance-Coachings führen mehrere Projekte ihre Status- oder Auftraggeber:innenrunden durch, während andere Teams beobachten, lernen, Feedback geben und Best Practices übernehmen. So wächst Wissen projektübergreifend.
  • Operative Projektbegleitung: Wir moderieren Workshops, begleiten Pilotprojekte, unterstützen Projektteams in schwierigen Phasen und führen Beratung und Teaminterventionen durch, etwa bei Konflikten oder Kommunikationsherausforderungen.
  • Professionelles Change Management: Ein wirksamer Transformationsprozess entsteht vor allem dann, wenn Betroffene aktiv eingebunden sind. Deshalb werden Mitarbeitende gezielt in Rollen wie Change Agents und Sounding Boards einbezogen, um die Veränderung aus der Mitte der Organisation heraus mitzugestalten – von Projektverantwortlichen bis zu Führungskräften.

 

Wissenschaftliche Begleitung: Was wirkt wirklich?

Frauen besprechen ein Thema

Wissenschaftliche Begleitung: Was wirkt wirklich?

Im Rahmen der Begleitung wird derzeit ein wissenschaftliches Forschungsprojekt unter der Verantwortung des Instituts für Infrastruktur- und Immobilienmanagement der TU Braunschweig durchgeführt, das die Wirksamkeit der eingesetzten Lernformate untersucht.

Die Ergebnisse zeigen, dass sowohl Online-Formate als auch hybride Formate, die Präsenz- und Online-Sessions sowie Selbststudium mittels E-Learning kombinieren, wirksam sind und nachhaltiges Lernen fördern. Aktuell wird untersucht, welche Erfolgsfaktoren bei Bauprojekten unter der RBBau besonders relevant sind, um Projektdauer, Kostenstabilität und Qualität in der Realisierung weiter zu verbessern.

Diese Forschung liefert wichtige Hinweise dafür, wie moderne Lernarchitekturen und Projektstrukturen gestaltet sein müssen, um Projekte (nicht nur) im Kontext der RBBau zum Erfolg zu bringen.

Die Transformation geht weiter

Der zentrale Fokus unserer Begleitung ist klar: Die RBBau soll nicht nur formal umgesetzt, sondern auch in der Praxis gelebt werden. Dabei zeigt sich immer wieder, dass technisches Know-how allein in Bauprojekten nicht reicht. Erfolgreiche Projekte brauchen soziale Kompetenz, Vertrauen, klare Kommunikation und die Fähigkeit, als Team ein gemeinsames Ziel zu verfolgen.

Bauprojekte sind soziale Systeme. Je besser dieses System zusammenarbeitet, desto besser sind die Ergebnisse.

Über die Autorin

Rebecca Schreiberová ist Consultant und Managing Director der next level academy. Mehr Informationen über die Autorin finden Sie hier.

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